Solarenergie in Deutschland

Daten · Fakten · Argumente

Vielfältige Exportchancen nutzen

Bild oben links: Indonesien: Gerade die ländliche Elektrifizierung bietet große Chancen für deutsche Exporteure. [38]

Bild oben rechts: Spanien: Bau des weltweit größten solarthermischen Kraftwerkes zur Stromversorgung von 400.000 Menschen. Bis 2010 sollten 12 Prozent des gesamten Energieverbrauchs aus erneuerbaren Energien gedeckt werden. Das Ziel wurde bereits 2009 übertroffen. [32]

Bereits weltweit installiert: 70 Gigawatt (GW) Solarwärme und 15 GWp Solarstrom

Rasantes Marktwachstum - enorme Gewinnaussichten

Solarenergie wird in den nächsten Jahrzehnten zur wichtigsten Säule der Energieversorgung. Der Weltmarkt für Solarstromanlagen wuchs in den letzten fünf Jahren um jährlich durchschnittlich 30 Prozent [1].

Nach Einschätzung der Deutschen Bank wird dieses Wachstum bis 2010 anhalten und bis 2030 jährlich zweistellig bleiben. Auch für den Solarwärmemarkt rechnen Ökonomen mit einem zweistelligen prozentualen Wachstum p.a. [2].

Innerhalb der nächsten 20 Jahre wird sich das solare Weltmarktvolumen Euro mehr als verzehnfachen. Deutsche Hersteller haben gute Chancen, sich ein großes Stück davon abzuschneiden - wenn weiterhin intensiv an der Technologieführerschaft und damit an einer Kostensenkung gearbeitet wird.

Jobmotor für Handwerk und Industrie

Die Solarwirtschaft hat in Deutschland bisher rund 78.000 neue Arbeitsplätze geschaffen [5]. In der Industrie entstanden zahlreiche neue Werke für Solarzellen und Solarmodule. Ihre Zulieferer sind vor allem in der Materialwirtschaft, in der Fabrikausstattung, im Maschinenbau und im Dienstleistungsgewerbe angesiedelt. Auch die Fertigung von Sonnenkollektoren hat sich entfaltet und stellt in einigen Regionen Deutschlands einen wichtigen Wirtschaftszweig dar. Darüber hinaus profitiert vor allem das Handwerk: Die Beratung der Kunden, die Planung und Installation der Anlagen sind ein tragfähiges Standbein für Betriebe des Elektrohandwerks, Dachdecker, SHK-Handwerker oder von spezialisierten Ingenieurdienstleistern. Rund 80 Prozent der Wertschöpfung werden in Deutschland erwirtschaft. in strukturschwachen Regionen gilt die Solarwirtschaft als Modell des ökologischen Umbaus der Industriegesellschaft und innovativer Arbeitgeber mit hohen Potenzialen für weiteren Ausbau.

Knallharter globaler Wettbewerb

Schon heute zählt Deutschland neben Japan, China und den USA zu den Weltmarktführern im Solarstrombereich und bei der Solarwärme zu den Spitzenreitern in Europa. Doch der globale Solarmarkt ist hart umkämpft. Immer mehr Länder ziehen nach und legen ehrgeizige Markteinführungs- und Entwicklungsprogramme auf.

Deutschland muss also am Ball bleiben und die Markterschließung konsequent fortsetzen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) mahnt deshalb "entschlossene Investitionen in Erneuerbare Energien" an. Die anstehenden Kraftwerkserneuerungen sollten dabei als Chance genutzt werden [3].

Exportschlager Solartechnik

Nachdem bereits Windenergie zum deutschen Exportschlager wurde (Exportquote 2007: 83 Prozent) [4], wird auch Solartechnik "Made in Germany" die rasant wachsenden Weltmärkte erobern.

Als "Sprungbrett" dabei dient das Erneuerbare-Energien-Gesetz. Es sorgt für einen stabilen Heimatmarkt und bietet dem Technologieführer Deutschland ein unverzichtbares "Schaufenster".

Derzeit liegt die Exportquote der Photovoltaik bei 48 Prozent [5]. Innerhalb der nächsten 10 Jahre wird sie nach Einschätzung des Bundesverbandes Solarwirtschaft auf über 70 Prozent steigen. Neben gängigen Produkten zur konventionellen Energieversorgung wie Kollektoren, Modulen und Wechselrichtern sind netzferne Anwendungen beispielsweise in Funkstationen, Anlagen zur Verkehrsüberwachung, Satelliten oder auch Solar-Home-Systems gefragt. Auch die Zulieferindustrie, die leistungsfähige Maschinen zur Ausstattung von modernen Solarfabriken anbietet, realisiert schon heute enorme Umsatzerlöse - gerade auch in Asien, den "Domänen" der größten deutschen Wettbewerber Deutschlands auf dem Weltmarkt.

Deutsche Unternehmen haben bereits viele Leuchtturmprojekte im Ausland realisiert und engagieren sich inzwischen weltweit bei der Umsetzung von wegweisenden Solarprojekten.

Aus Fehlern lernen

Umwelt- und Solartechnik sind wichtige technische Innovationen der letzten 30 Jahre, in denen Deutschland eine führende Rolle auf dem Weltmarkt einnimmt. Viele Produkte aus anderen Bereichen wurden zwar in Deutschland entwickelt, ihre industrielle Nutzung erfolgte jedoch im Ausland.

Dazu gehören u. a. der Videorekorder, das Faxgerät und Innovationen der Hard- und Softwarebranche.

Ein starker Binnenmarkt und eine konsequente Markteinführung im Inland sind ist die unabdingbare Voraussetzungen für ein Exportwunder Solartechnik. Erfahrungen aus der Automobil- und Maschinenbaubranche beweisen dies.

Kalifornien: Arnold Schwarzenegger ist dabei, Kalifornien zum "Saudi Arabien des Sonnenlichts" auszubauen. Ziel 2020: 33 Prozent Erneuerbare Energie [30]
Immer mehr europäische Länder eifern Deutschland beim Ausbau Erneuerbarer Energien nach. 1-MW-Projekt, Amersfoort, Niederlande [31]
Brasilien: ehrgeiziges Ziel, Anteil der Erneuerbaren Energieen bis 2010 auf 10 % [33]
Die Mongolei eifert mit einem 100.000-Solar-Dächer-Programm dem deutschen Vorbild nach. [35]
Indien: Bis 2012 sollen Erneuerbare Energien mit 12 GW installierter Leistung 10 Prozent zur nationalen Stromversorgung beitragen. [36]
China will bis 2020 bereits 17 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien gewinnen. Ein Gesetz nach Vorbild des deutschen EEG wird initiiert. Schon heute ist China der größte Markt für Solarwärme weltweit. [34]
Australien: Die Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2050 60 Prozent ihrer Stromversorgung aus Erneuerbaren Energien zu decken. [37]