Solarenergie in Deutschland

Daten · Fakten · Argumente

Versorgungssicherheit statt Abhängigkeit

Energiehunger erfordert Energiewende

Der weltweite Energiebedarf wird in den kommenden Jahrzehnten dramatisch wachsen. Laut Internationaler Energieagentur benötigen die Menschen rund um den Globus im Jahr 2030 rund 45 Prozent mehr Energie als heute [1].

Fossile Ressourcen können den stetig wachsenden Bedarf nicht decken, da sie nur begrenzt verfügbar sind. Zudem stammen sie zunehmend aus Krisenregionen, was auch für Deutschland zum Kostenfaktor wird und die Versorgungssicherheit gefährdet. Der Energiehunger aufstrebender Industrienationen wie China, Indien oder Brasilien wird sich im gleichen Zeitraum verdoppeln [1]. Ressourcenkriege sind vorprogrammiert, wenn sie den gleichen Entwicklungspfad einschlagen wie wir.

Finale Ölkrise - Fördermaximum bald erreicht - Oder schon überschritten?

So viel ist sicher: Den erdölverbrauchenden Nationen bleibt nur noch wenig Zeit, sich neuen Technologien zuzuwenden. Die Vorräte werden zwar noch einige Jahrzehnte vorhanden sein. Entscheidender ist jedoch, wann uns das billige Öl ausgeht. Das passiert genau dann, wenn die wachsende Nachfrage das vorhandene Angebot übersteigt. Nach jüngsten Berechnungen wurde das globale Produktionsmaximum (Peak-Oil) schon 2008 überschritten. Künftig wird es jedes Jahr um einige Prozentpunkte abnehmen [2]. Die Weltwirtschaft könnte schon bald empfindlich unter einer andauernden Unterversorgung mit Öl und explodierenden Rohstoffkosten leiden. Seit 2006 steigen die Preise für Erdgas, Uran und andere endliche fossile Energieträger. Nach einem krisenbedingten Einbruch im Herbst 2008 steigen sie seit Sommer 2009 wieder an.

Deutschland am Energietropf

Steigende und stark schwankende Rohölpreise dämpfen das Wirtschaftswachstum schon heute erheblich und werden zunehmend zur Belastung für die Bürger. Zwischen den Jahren 2000 und 2008 ist Heizöl um 87 Prozent und Erdgas um 80 Prozent teurer geworden. Allein 2008 stiegen die Heizkosten im Bundesdurchschnitt um 17 Prozent. Ölheizungen verteuerten sich gar um 30 Prozent [7].

Deutschland deckt seinen Gasbedarf zu 88 Prozent und seinen Ölbedarf zu 98 Prozent aus Importen. Drei Viertel der verfeuerten Steinkohle wurde importiert. Das Uran für die Kernkraftwerke wurde zu 100 Prozent eingeführt [4]. Zwischen 2004 und 2008 hat der Import fossiler Brennstoffe schätzungsweise 275 Mrd. Euro gekostet [5]. Dies entspricht den Gesamtausgaben des Bundeshaushaltes 2009. Geld, das bei einer Umstellung auf heimisch verfügbare Erneuerbare Energien weitgehend dem deutschen Mittelstand und Handwerk zugute käme.

Solartechnik garantiert Versorgungssicherheit

Sonnenenergie ist an menschlichen Maßstäben gemessen unerschöpflich und nahezu überall anzapfbar. Sie ist geradezu prädestiniert für den weltweiten Ausbau der Energieversorgung.

Durch dezentralen und damit kostengünstigen Einsatz eignet sich die saubere Energiequelle ausgezeichnet auch für die wirtschaftliche Erschließung netzferner Gebiete. Durch solare Großprojekte wie etwa Freiflächenparks mit über 50 Megawatt Spitzenleistung oder aber auch durch zukünftige Sonnenstromprojekte (DESERTEC) kann der Anteil von Solarstrom am Energiemix heute und in Zukunft signifikant erhöht werden.

Die Sonne liefert Jahr für Jahr rund 3.000-mal mehr Energie auf die Erde als die gesamte Weltbevölkerung jährlich verbraucht [6]. Bereits mit heutigem Stand der Technik könnte der Weltenergiebedarf theoretisch mehrfach solar gedeckt werden.

Solartechnik ermöglicht eine langfristige und sichere Energieversorgung für die gesamte Menschheit. Als heimisch verfügbare Energiequelle sorgt sie für Unabhängigkeit von steigenden Öl- und Gaspreisen und schützt vor Rohstoffkrisen.

Auch im Gebäudebestand ist Solarenergie ein Garant für Versorgungssicherheit: Schon heute ist das zu 100 Prozent solar beheizte Haus Realität: Das "Energetikhaus100" in Sachsen ist nur ein gelungenes Beispiel dafür. In Zukunft werden sich Gebäude zusehends vom Energieverbraucher zum Energielieferanten entwickeln - umweltfreundlich und unabhängig zugleich.

Professor Norbert Walter, Chefvolkswirt der Deutschen Bank Gruppe

"Fossile Energien sind nicht gut genug: Längerfristig bieten die begrenzten Reichweiten von Öl und Gas keine Versorgungssicher heit. Zusätzliche Risiken ergeben sich durch politische Instabilitäten in den Hauptlieferländern.
Laut Aussage von Walter könnten Anbieter von energieeffizienten Produkten und Anbieter von Dienstleistungen zur Nutzung Erneuerbarer Energien deshalb zukünftig mit höheren Investitionen und Exporten rechnen. Zusammen mit Maßnahmen zur Energieeinsparung kann dies bereits jetzt die ölpreisbedingte Dämpfung der Konjunktur abschwächen und vielleicht schon bald vollständig kompensieren." [Bild: 19]

Professor Norbert Walter, Chefvolkswirt der Deutschen Bank Gruppe
 
Das zu 100 Prozent solar versorgte Haus ist bereits Realität. Beispiel hier: Das "Energetikhaus100". In Zukunft werden Gebäude von Energieverbrauch. [Bild 79]