Solarenergie in Deutschland

Daten · Fakten · Argumente

Solarenergie stoppt Klimawandel

Bild oben links: In Portugal wüten 2003 Waldbrände von historisch bisher ungekanntem Ausmaß. Dabei verbrennen 10 Prozent der Waldfläche komplett [1]. Ganz Europa wird von der schlimmsten Hitzewelle seit 450 Jahren heimgesucht. Sie fordert 27.000 Tote und verursacht Schäden in Höhe von bis zu 17 Mrd. Euro [Quelle 2][Bild 10]

Bild oben rechts: Grimma 2002: Erstmals schmerzhaft spürbar in Deutschland wurden die Wetterextreme durch die Flutkatastrophe an der Elbe. Traurige Bilanz: zahlreiche Todesopfer und volkswirtschaftliche Schäden in Höhe von über 9 Mrd. Euro [Quelle 3][Bild 11]

Die Bombe tickt

Inzwischen werden Menschen tagtäglich mit den Auswirkungen des Klimawandels konfrontiert: sintflutartige Regenfälle, Hitzewellen, Dürreperioden, Stürme und sinkende Eilande - rund um den Globus. Dies alles ist allerdings nur eine Einstimmung auf das, was uns in Zukunft erwarten könnte. Allein die Vereinigten Staaten und die Anrainer des Golfs von Mexiko wurden 2008 von sechs Wirbelstürmen - sogenannten Hurrikans - heimgesucht: Dolly, Edouard, Fay, Gustav, Hanna und Ike. Der schwerste Sturm, Ike, nahm über dem warmen Meer so viel Energie auf wie kein atlantischer Wirbelsturm zuvor. Er erreichte mehr als 230 Stundenkilometer und zog eine Spur der Verwüstung von Kuba bis Kanada. Die Schäden beliefen sich auf 38 Milliarden US-Dollar, etwas weniger als der Wirbelsturm Katrina, der 2005 die Metropole New Orleans zerstörte [4].

Auch in Europa mehren sich die schweren Stürme. Sie erreichen eine Kraft, die bisher in der Alten Welt unbekannt war. Im Frühsommer 2008 raste eine ganze Serie verheerender Gewitter über Deutschland, beinahe zwei Wochen lang hielt sie die Bevölkerung in Atem. Rund 14 Kilometer hohe Unwetterfronten verwüsteten das Land, vornehmlich in Nordrhein-Westfalen. Dort machten Hagelstürme Tausende Autos zu Schrott. In Ostdeutschland und in Baden-Württemberg tobten Sturzregen. Die Schadenssumme belief sich auf ungefähr 1,5 Milliarden Euro [4].

Nach Berechnungen der Münchner Rück hat sich die Zahl der Flutwellen und Stürme in Asien zwischen 1980 und 2008 mehr als verdreifacht [4]. Dort trifft es in erster Linie die ärmsten Schichten, jede Naturkatastrophe verschärft die ohnehin schwierige soziale Situation der Bevölkerung. Die fragilen Staatssysteme geraten an den Rand des Chaos, die Behörden sind mit der Hilfe überfordert. Die Hälfte der Erdbevölkerung lebt in Asien, in erster Linie in Millionenstädten an den Küsten. Sie sind durch den Anstieg des Meeresspiegels, Taifune und unterseeische Beben auf das Äußerste bedroht [4]. Anfang Mai 2008 tötete der Sturm Nargis in Myanmar rund 85.000 Menschen. Winterliche Ernteschäden in China machten 2008 118.600 Quadratkilometer Getreidefelder unbrauchbar. Wertvolle Nahrungsmittel im Wert von 21 Milliarden Euro wurden zerstört.

Diese beiden Beispiele zeigen: Wird nicht schnell und entschlossen gehandelt, steigt die Temperatur der Erde durch Treibhausgase unaufhörlich weiter - ganze Regionen der Erde werden unbewohnbar. Bereits heute gilt Klimaerwärmung als unumkehrbar. Deshalb fordern Wissenschaftler und Umweltschützer die Regierungen auf, den Temperaturanstieg auf höchstens zwei Grad Celsius zu begrenzen. Nur dann wären katastrophale Folgen für weite Landgebiete und Milliarden Menschen zu vermeiden [3]. Kein Zweifel, die Fieberkurve steigt: Laut IPCC-Report stieg die Temperatur in der Erdatmosphäre in den vergangenen zehn Jahren stetig an und stagniert derzeit - vermutlich aufgrund der geringen Sonnenaktivität - auf einem hohen Niveau. [3].

"Um die Kosten volkswirtschaftlicher Schäden in Zukunft in einem finanzierbaren Rahmen zu halten, ist auch der verstärkte Einsatz von Sonnenenergie unumgänglich. Erneuerbare Energien sind ohne Zweifel der effizienteste Weg, um Kohlendioxid-Emissionen zu senken und damit die Ursache für die Klimaveränderungen zu vermindern." [Bild: 12]

Prof. Dr. Peter Höppe, Leiter des Fachbereichs GeoRisikoForschung der Münchner Rück
 

Klimawandel gefährdet den Wohlstand

Vergleicht man die Schäden aufgrund von Naturkatastrophen seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges, haben sie sich zwischen 1950 und 2008 verzwanzigfacht (!) [4]. Diese Zahl erfasst nur die ganz schweren Katastrophen wie Dürren, Erdbeben, Stürme oder Überflutungen. In der Tendenz wird eine beschleunigte Entwicklung sichtbar, mit steilem Anstieg seit 1985. Auch die jährliche globale Durchschnittstemperatur lag in den vergangenen Jahren jeweils nahe bekannter Rekordmarken oder übertraf sie. Der weltweite Schaden belief sich 2008 auf über 150 Milliarden US-Dollar. In den Rekordjahren 1995 und 2005 erreichten die Schäden mehr als 200 Milliarden Dollar [4].

Im Oktober 2006 veröffentlichte der frühere Chefökonom der Weltbank Sir Nicholas Stern seinen viel beachteten "Stern Review on the Economics of Climate Change" über die wirtschaftlichen Folgen des Klimawandels. Die Kernaussage des Stern-Reports ist eindeutig: "Nichts tun kommt die Weltwirtschaft wesentlich teurer zu stehen, als frühzeitige und entschlossene Investitionen in den Klimaschutz". Maßnahmen zur Begrenzung und Stabilisierung der Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre sind nach den Berechnungen des britischen Wissenschaftlers schon mit einem Prozent des globalen Bruttoinlandsproduktes zu finanzieren.

Ein hausgemachtes Problem

Inzwischen sind sich die Wissenschaftler einig, dass die globale Erwärmung auf den von Menschen verursachten ständig gestiegenen Ausstoß von Treibhausgasen zurückgeht, vor allem Kohlendioxid. Ungefähr drei Viertel der schädlichen Treibhausgase sind Folge der Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Erdöl, Erdgas und Kohle. Wird der steigende Energiebedarf weiterhin hauptsächlich durch herkömmliche Energieträger gedeckt, könnte sich der Kohlendioxidausstoß bis 2100 nahezu vervierfachen [5]. Die Folgen wären fatal.

Ohne Sonnenenergie kein wirksamer Klimaschutz

Stromsparende Geräte und bessere Wärmedämmung sind wie andere Maßnahmen zur Energieeffizienz wichtig, reichen jedoch allein nicht aus, um die globale Erwärmung in vertretbaren Grenzen zu halten. Nur der konsequente Ersatz fossiler Energieträger durch Energie aus Sonne, Wind, Wasser, Erdwärme und Biomasse kann den Treibhauseffekt merklich reduzieren. Spätestens bis zum Jahr 2050 müssen die weltweiten Treibhausgasemissionen um 80 Prozent gesenkt werden, fordern seit Jahren die Klimaforscher des IPCC [3].

Laut einer Studie der Bundesregierung können in Deutschland bis 2050 rund 65 Prozent des Stromverbrauchs und 50 Prozent des Wärmebedarfs aus erneuerbaren Energien gedeckt werden. 75 Prozent der Treibhausgasemissionen ließen sich auf diese Weise einsparen [6], rund ein Drittel davon durch Solarenergie.

Ein wirksamer Klimaschutz ist nur durch ein Miteinander von Energieeffizienz und Erneuerbaren Energien möglich. Die parallele und zügige Markteinführung aller verfügbaren regenerativen Energietechnologien ist deshalb unverzichtbar. Schon heute sind Erneuerbare Energien die wirksamste Stütze des Klimaschutzes.

Durch die Strom- und Wärmeerzeugung aus Sonne, Wind, Wasser und Biomasse werden in Deutschland inzwischen über 100 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr eingespart [Quelle 7][15]
Schäden durch den verheerenden Hurrikan "Katrina" im Süden der USA im Jahr 2005 [80]