Solarenergie in Deutschland

Daten · Fakten · Argumente

Alle setzen auf die Sonne

Bild oben links: Eine 27,73 kWp große Solarstromanlage schmückt das Dach der Bergkirche in Schönau. [59]

Bild oben rechts: Steinfurth-Borghorst nordwestlich von Münster. Hier befindet sich eine der 50 Solarsiedlungen, die in Nordrhein-Westfalen realisiert werden oder bereits fertiggestellt sind. [62]

Solarenergie - beliebteste Energiequelle

Das Kraftwerk Sonne erfreut sich in Deutschland immer größerer Beliebtheit. Laut Umfragen von Emnid, Forsa und Allensbach sprechen sich nicht nur 98 Prozent der Deutschen für eine stärkere Nutzung von Solarenergie aus.

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist davon überzeugt, dass sie sich zum wichtigsten Energieträger entwickeln wird und weiß darum, dass staatliche Förderung hin zur Marktreife wichtig und unverzichtbar ist [1].

Rund 75 Prozent der Bundesdeutschen würden selbst gerne in einem Solarhaus wohnen [2]. Über 1 Million Menschen haben sich diesen Traum inzwischen verwirklicht. Zwei Drittel der Eigentümer von Immobilien bevorzugen Sonnenkollektoren, um die Energieversorgung ihrer Gebäude auf erneuerbare Energien umzustellen [3]. Jeder zweite Eigentümer befürwortet Photovoltaik als regenerative Energiequelle [3]. Gemäß einer Umfrage von Emnid wollen 71 Prozent aller Deutschen in erneuerbare Energien investieren [4]. Vor allem die Photovoltaik wird bevorzugt, um die Umwelt zu entlasten. Keine andere Energiequelle verfügt über eine fortlaufend derart hohe Akzeptanz in der Bevölkerung.

Wachsende Nachfrage

Bereits übert eine Million deutsche Haushalte nutzen Solarwärme zur Trinkwassererwärmung und Heizungsunterstützung. Zwischen Nordfriesland und der Zugspitze wurden schon über 11 Millionen Quadratmeter Sonnenkollektorfläche installiert.

Auch die Zahl der Solarstromanlagen ist sprunghaft gestiegen. Die Gesamtleistung der über 500.000 Solargeneratoren betrug Ende 2009 rund 5,4 GWp. Ende 2009 werden es bereits über 8 GWp sein. Allein der jährliche Zubau betrug zuletzt im Jahr 2008 schon 1,65 GWp.

Der solare Kraftwerkspark in Deutschland erzeugte 2008 nach Schätzungen des BSW-Solar 4.300 GWh Solarstrom. Damit kann rein rechnerisch ganz Hamburg mit Strom versorgt werden.

... wirkt konjunkturfördernd

Ein verstärkter Umsatz mit neuen Solaranlagen kann deutliche Konjunkturimpulse setzen. Da Solaranlagen oftmals nicht aus dem laufenden Einkommen, sondern aus privaten Ersparnissen finanziert werden, erhöhen sie die privaten Ausgaben und damit Konsum- und Investitionsquoten.

Gerd Sonnleitner

"Immer mehr Landwirte sichern durch den Anbau von nachwachsenden Rohstoffen und die Nutzung von Solarenergie zukunftsfähige Arbeitsplätze im ländlichen Raum. Sie tragen damit entscheidend zur Wirtschaftskraft Deutschlands bei." [Bild: 55]

Gerd Sonnleitner, Präsident des Deutschen Bauernverbandes
 

Solarenergie bald Standard

Mit Solarenergie bestückte Hausfassaden oder Dächer sind längst keine Seltenheit mehr. Rund 1.500.000 Solarwärme- und -stromanlagen wurden auf deutschen Eigenheimen, Gewerbebauten oder Bauernhöfen installiert. Auch die Zahl ganzer Solarsiedlungen steigt stetig. Für einige Fertighaushersteller sind Solaranlagen schon heute Standard. Zudem entstehen vielerorts große Solarkraftwerke der Megawatt-Klasse ebenerdig als aufgeständerte Freiflächenanlagen.

Himmlische Energie

Auch Kirchen nutzen das "Kraftwerk Sonne" als Geschenk des Himmels. Mittlerweile sind auf deutschen Kirchendächern, Pfarrhäusern und Gemeindezentren Hunderte Anlagen für Solarstrom und Solarwärme installiert. Dank einer großzügigen Spende eines deutschen Solarunternehmers hat seit 2009 auch die päpstliche Audienzhalle im Vatikan eine Photovoltaik-Anlage auf ihren großflächigen Dächern.

1.000 Solarkommunen

Egal ob schwarz oder grün - allerorts haben Kommunen die Zeichen der Zeit erkannt. Solaranlagen zieren Rathäuser, Kindergärten, Sportstadien, Schwimmbäder ... Inzwischen gibt es sogar eine "Solarbundesliga", in der deutschlandweit über 1.000 Kommunen um den ersten Platz an der Sonne konkurrieren [5].

Ökologisch verträgliche Freiflächen

Solarkraftwerke auf Freiflächen bleiben trotz vieler neuer Projekte eher die Ausnahme. Per Gesetz sind sie bei der Vergütung deutlich schlechter gestellt als Fassaden- oder Dachanlagen. Bevorzugte Standorte sind Konversionsflächen wie etwa frühere Tagebauhalden oder militärische Übungsgelände. Da Solarkraftwerke weder Lärm- noch Schadstoffemissionen ausstoßen und es nicht zu einer Flächen- versiegelung kommt, werden Umwelt und Natur nicht beeinträchtigt. Eine Privilegierung von Solarparks wie teilweise bei der Windkraft besteht nicht. Bürger und Kommunen entscheiden also selbst über geeignete Standorte. Zusätzlich gibt es planungsrechtliche Auflagen, die von Naturschutzverbänden erarbeitet wurden, und eine Selbstverpflichtung der Solarwirtschaft.

Vom Land- zum Energiewirt

Bereits über 5.000 deutsche Landwirte bestellen nicht mehr nur ihre Felder, sondern ernten auch von ihren Scheunendächern: Solarstrom. Gemeinsam mit der Bioenergie trägt Solarenergie damit als neuer Betriebszweig zunehmend auch zur Stabilisierung ländlicher Strukturen bei. Bauern sind es gewohnt, langfristig und nachhaltig zu planen.

Jörg Kachelmann

"Sonnenenergie ist eine Frage der Vernunft, die auch noch Spaß macht: Sie hilft dem Klima, sieht gut aus und spart Geld." [Bild: 60]

Jörg Kachelmann, prominenter Wetterexperte
 
Perfekt für die Sonnenernte: Bahnhofsdächer oder Schallwände von Autobahnen. Auf dem Dach des neuen Hauptbahnhofs in Berlin steht die größte Photovoltaikanlage der Bundeshauptstadt. [61]
Die Solaranlage auf dem Bundeskanzleramt hat eine Größe von 1.271 m² und Spitzenleistung von 149 kWp. [61a]
Geiseltalsee bei Mücheln: 4-MW-PV-Anlage auf einer Industriebrache im ehemaligen Braunkohlerevier. Rund 1.000 Haushalte können mit dem Solarstrom versorgt werden. [56]
Solarstromerzeugung und Grünlandbewirtschaftung können gut miteinander harmonisieren. [57]
Rund die Hälfte der Solarstromleistung wird inzwischen in der Landwirtschaft installiert. [58]