Solarenergie in Deutschland

Daten · Fakten · Argumente

Sonnenenergie ist bezahlbar

Bilder oben und rechts: Impressionen aus der zunehmend automatisierten deutschen Solar-Fertigung. Inzwischen bietet der erfahrene deutsche Maschinenbau der Branche schlüsselfertige Fabriken der Gigawattklasse an.

Wettbewerbsfähig durch Massenproduktion

Der deutsche Markt bietet der Solartechnik ideale Voraussetzungen für die Entwicklung zur Leitindustrie des 21. Jahrhunderts: hohe Investitionsbereitschaft, hervorragendes Know-how bei Forschern, Fachkräften, Zulieferern und Maschinenbauern und ein gewaltiges Kundenpotenzial. Mit der breiten Markteinführung und Massenfertigung - bei gleichzeitiger technologischer Weiterentwicklung - werden die Preise für Solaranlagen weiter deutlich sinken.

Solarenergie wird innerhalb des nächsten Jahrzehnts auch in unseren Breiten wettbewerbsfähig und kann in der Folge große Teile konventioneller Kraftwerkstechnik ersetzen. Die Nutzung von Sonnenwärme und die Erzeugung von Strom aus solarthermischen Kraftwerken wird zuerst die Wirtschaftlichkeitsschwelle erreichen.

Wenig später folgt die natürliche Wettbewerbsfähigkeit von Strom aus Photovoltaikmodulen, zunächst mit Spitzenlaststrom in Südeuropa. Markteinführungsprogramme verlieren dann ihre Bedeutung und werden durch rasant wachsende Exportmärkte ersetzt. Schon heute ist Solarstrom in zahlreichen Insel- und Consumer-Anwendungen wirtschaftlich (z. B. Beleuchtung, Parkautomaten, Uhren, ...).

Vorbild Chipindustrie

Welche Kostensenkungspotenziale durch Massenfertigung und technologische Weiterentwicklung möglich sind, zeigt eindrucksvoll die Chipindustrie. Computerchips sind ebenfalls elektronische Komponenten und bauen auf den gleichen Grundstoff: Silizium. Mit ihrer Markteinführung ging innerhalb weniger Jahre ein extremer Kostenverfall einher, ähnlich war es z. B. bei Satellitenempfängern und beim Videorekorder.

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) beschleunigt die Markteinführung und Kostensenkung von Solarstromanlagen. Die Vergütung von Solarstrom aus neuen Solarstromanlagen wird derzeit jedes Jahr um 5 Prozent gesenkt.

Neue Impulse durch neue Technologien

Ein Erfolgsrezept der deutschen Solarindustrie ist die technologische Diversifizierung. Das Marktspektrum der klassischen Siliziumzellen wird zunehmend von Dünnschicht-Technologien auf Basis von amorphem und mikromorphem Silizium sowie weiterer Halbleitermaterialien ergänzt. Diese tragen mit dazu bei, den Material-, Energie- und Kostenaufwand in der Produktion weiter zu verringern und erschließen neue Anwendungsmöglichkeiten für Solarstromprodukte. Durch den Einsatz siliziumarmer und siliziumfreier Halbleiter konnten Produktionskosten je Watt bereits deutlich zurückgefahren werden. Doch auch in der "klassischen" Silizium-Photovoltaik geht die technologische Entwicklung und damit die Kostensenkung voran: Dünnere Wafer, höhere Wirkungsgrade einzelner Zellen und größere Aperturflächen sorgen neben der erwähnten Massenproduktion Preissenkungen in der Industrie.

Dezentralität als Kostenvorteil

Oft wird übersehen, dass Solarenergie aufgrund ihrer dezentralen Einsatzbereitschaft nicht mit den Erzeugungs-, sondern Endkundenpreisen konventioneller Energie konkurriert. In Ländern wie Japan liegen diese schon heute z. T. bei über 20 Cent pro Kilowattstunde.

Die Wettbewerbsfähigkeit von Solarstrom zu fossil und nuklear erzeugtem Strom wird in wichtigen Exportländern damit schneller erreicht als vielfach angenommen.

Solarenergie wäre schon heute wettbewerbsfähig, wenn die Folgekosten fossiler Energieerzeugung z.B. für Gesundheit und Umwelt oder die Kosten für die militärische Sicherung der Ölversorgung Bestandteil der Energiepreise wären und nicht von der Allgemeinheit und zukünftigen Generationen stillschweigend getragen würden.

DIW: Jetzt in Erneuerbare Energien investieren!

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) fordert die heimische Elektrizitätswirtschaft auf, entschlossener in erneuerbare Energien zu investieren. Die notwendigen Kraftwerkserneuerungen bieten eine einmalige Chance, die weltweite Marktführerschaft zu sichern.

Die größten Wettbewerbsvorteile versprechen dabei umweltfreundliche Technologien wie die Solarenergie. Bedingung dafür sei aber, dass die Umstellung baldmöglichst erfolge, mahnt das DIW. Eine Verschiebung auf die mittlere oder längerfristige Perspektive werde zu weitaus höheren volkswirtschaftlichen Kosten führen [1].

Der Stromkonzern eon ist über eine Beteiligung bereits im Solarstromgeschäft aktiv. Viele Stadtwerke bringen inzwischen eigene Solarstromanlagen ans Netz und erhöhen damit den EE-Anteil in ihrem Strommix.

Auch Mineralölkonzerne wie BP oder Total produzieren seit Jahren Solarzellen und konkurrieren um die vordersten Plätze im internationalen Solargeschäft. Sie gehen davon aus, dass Solarenergie bis Mitte des Jahrhunderts zu einer tragenden und unverzichtbaren Säule der Energieversorgung wird und wissen um die Endlichkeit des schwarzen Goldes.

Während die Preise für konventionellen Strom stetig steigen, wird Solarstrom immer günstiger. Die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber herkömmlichem Haushaltsstrom ist in Sichtweite. Mit Erreichen der "Grid Parity" wird Solarstrom Schritt für Schritt unabhängig von Fördergeldern und wirkt sogar dämpfend auf den Strompreis. Zum Vergrößern der Grafik bitte auf das Bild klicken!