Solarenergie in Deutschland

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Energie von Dauer

Bild oben links: [52]

Bild oben Mitte: Das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) in Freiburg ist das größte Solarforschungsinstitut Europas. Rund 400 Mitarbeiter arbeiten hier an naturwissenschaftlichen Grundlagen der Solarenergienutzung. [51]

Bild oben rechts:  Trotz immer neuer Effizienzrekorde: Die Wirkungsgrade solarer Anwendungen sind noch längst nicht ausgereizt. Kontinuierliche Forschung erschließt die Potenziale der Solarenergie. [53]

Deutsche Solartechnik gehört zur Weltspitze

Deutsche Forschungsinstitute stehen bei der Entwicklung von Solartechnik weltweit an der Spitze. 175,6 Mio. Euro flossen 2008 allein aus der Photovoltaikindustrie in Forschung und Entwicklung. Rund 120 Mio. Euro steuerte der Bund bei [1]. Bereits heute arbeiten über 1.000 Solarforscher an einem der im Forschungsverbund Erneuerbare Energie (FVEE) zusammengeschlossenen Forschungsinstitute (u.a. DLR in Köln und Stuttgart, Fraunhofer ISE in Freiburg, FZJ Jülich, Helmholtz Zentrum Berlin, GFZ Potsdam, ISFH Hameln, ISET Kassel und ZSW Stuttgart).

Deutlich wird die Spitzenstellung der deutschen Forschung zum Beispiel bei den Rekorden im Wirkungsgrad von Solarzellen:

  • Mit 20,3 Prozent hält das Fraunhofer ISE den Rekord bei multikristallinen, siliziumbasierten Solarzellen
  • Mit 41,1 Prozent hält das Fraunhofer ISE den Rekord bei Mehrfachsolarzellen in der Konzentrator-Technologie
  • Mit 12-13 Prozent liegt der Wirkungsgrad von gemeinsam im ZSW und bei der Firma Würth Solar entwickelten Dünnschicht-Zellen am Höchsten
  • 12,3 Prozent Wirkungsgrad liefern die Rekord CIS-Dünnschichtzellen vom Helmholtz-Zentrum Berlin
  • Das ISFH Hameln gewinnt mit einer bifacialen Solarzelle 60 Prozent mehr Energie pro Gramm Silizium als jede andere Zelle

Allerdings ist in den letzten Jahren ein harter internationaler Wettbewerb entbrannt. Neben Japan und den USA ziehen andere Länder nach. Weitere Effizienzsteigerungen bei der Technik und eine schnelle Rationalisierung der Fertigung sind nötig, um den Spitzenplatz zu verteidigen. Oberstes Ziel ist die schnelle und kontinuierliche Kostenreduktion von Solarenergie. Die Anstrengungen der Industrie sind enorm: Allein zwischen 2008 und 2009 sanken die Preise für Solarmodule um ein Drittel. Investitionssicherheit für den Marktaufbau, Kontinuität bei den gesetzlichen Rahmenbedingungen und eine verstärkte Forschungsförderung sind dafür unverzichtbare Bedingungen. Nur wenn die Forschungsförderung und Marktöffnung Hand in Hand gehen, wird ein schneller Transfer der Solartechnologie von der Grundlagenforschung über anwendungsorientierte Forschung hin zur Marktreife gewährleistet.

Verlässliche gesetzliche Rahmenbedingungen wie EEG und Wärmegesetz sind Voraussetzungen, um Solarunternehmen finanziell in die Lage zu versetzen, ihre Produkte und Produktionsverfahren permanent weiterzuentwickeln und - eng orientiert an den Bedürfnissen des Kunden - neue innovative Systemlösungen zu finden.

Nur wenn Forschung und Markt Hand in Hand gehen, kann Deutschland sein führendes technologisches Know-how in Markterfolge umwandeln. Gleichzeitig müssen die Mittel für Solarforschung, auch in den Bereichen Wärme- und Kälteversorgung, Speichertechnologien sowie der Verknüpfung von Energie- und Informationstechnologie deutlich aufgestockt werden. Die EU hat deshalb ihre Förderprogramme für die Energieforschung im 7. Rahmenprogramm und das Programm „Intelligente Energie für Europa“ mit insgesamt rund 1 Mrd. Euro ausgestattet. Allerdings wäre ein Förderschwerpunkt für erneuerbare Energien wünschenswert.

Prof. Joachim Luther

"In den vergangenen Jahren hat Deutschland eine weltweite Spitzenstellung in der Solartechnologie gewonnen. Das ist im wesentlichen dem Erneuerbare-Energien-Gesetz zu verdanken. Dadurch entstand eine Industrie, die heute im Weltvergleich ganz vorne liegt." [Bild: 54]

Prof. Eicke Weber, Leiter des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme (Fraunhofer ISE) in Freiburg